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Hans-Peter Schwöbel

Lachen & Denken - Ein Selbstportrait 

Für mich gibt es keine Hierarchie der Arbeit. Es gibt nur eine Hierarchie der Qualität. Eine gute, verlässliche Putzfrau achte ich hoch. Einen korrupten Präsidenten nicht. 

Mit Freude schreibe ich Gedichte, Sketche, Essays, Predigten. Genauso gerne halte ich wissenschaftliche Vorträge, tobe auf der Bühne herum und fotografiere mit Liebe große Landschaften und kleine Tiere, Steine und Pflanzen, Schatten- und Lichterlebnisse. 

Mit Vergnügen putze ich Feldsalat, spüle Geschirr, schäle Zwiebeln und Kartoffeln. Ich bin Autoschlosser und Professor, Essayist und Poet, Dorfkind aus dem Bauland (Buchen-Eberstadt) und dem Vorderen Odenwald (Rimbach und Zotzenbach) un än Monnema Buu. Das Projekt, dem ich seit über 45 Jahren diene, heißt Emanzipation. 

Mein Motto nach Matth. 18, 3: So wir nicht werden wie die Kinder, werden wir nicht ins Himmelreich gelangen. Und: „Lachen und Denken – beide zusammen – sind der Verzicht auf die Anstrengung, dumm zu sein." (Odo Marquardt) 

Susanna Martinez inspiriert mich, hilft mir denken und arbeiten, hält für uns die Augen offen. Unser Dialog währt nun schon über ein halbes Jahrhundert. 

Menschen, gesellschaftliche Probleme, Licht, Landschaft, Wasser, Pflanzen und Tiere regen mich an. Esel und Kühe liebe ich besonders. Ich bin ein Esel-, Kuh- und Sonnenblumenflüsterer. Ihnen trage ich meine Gedichte vor und sie mir ihre. Wir verstehen uns sehr gut. 

Mannheim ist der Ort, von dem aus ich die Welt ertaste, erwandere, erfahre. Straßen, Häuser, Mauern und Grün sprechen meine Muttersprache. Ich liebe unseren Dialekt. Er ist Wahrzeichen unserer Stadt wie die Quadrate, der Wasserturm, das Schloss, das Jüdische Gemeindezentrum, die Jesuiten- und die Christuskirche, wie Rhein und Neckar. Ich behandle unsere Muttersprache mit Respekt. Mindestens so wichtig wie die Stadt ist mir die Region: Kurpfalz. 

Meine größten Erfolge? Wenn vor meinen Augen und unter meinen Händen ein Gedicht entsteht, ein Sketch, ein Essay. Wenn ich mit der Kamera ein Bild erhasche, das so ohne mich nicht gesehen worden wäre – nicht existieren würde. Und wenn ich einen Abend lang von der Bühne aus in lachende und denkende Gesichter schauen darf. Das ist unersetzlich. 

Wenn Kunst gelingt, entsteht Poesie. Unter Poesie verstehe ich keine Literaturgattung, sondern einen Komplex von Eigenschaften, die Bildnisse, Sprache, Musik, Film, Tanz, soziale Arrangements, Speisen... aufweisen können. Poesie: luzide, dicht, vibrierend, sehr exakt, leicht, sinnlich, löst Assoziationen aus. Poesie ist ein Gewebe aus Kraft, Strenge, Zärtlichkeit und Können. Poesie kann warm und dunkel sein und scharf und hell, wie ein Skalpell.

Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel

Mehr Infos unter www.hpschwoebel.com

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